“Es soll sich immer was tun”

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Fr, 24. August 2012

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.

von: Herbert Frey

Badische Zeitung vom 24.08.2012

Gerhard Hanemann und die Künstlerin Petra Heck beim Aufhängen eines der neuen Werke, die den Besuch im Artdorf Ötlingen wieder spannend machen sollen. Foto: FREY

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit neuen Bildern und neuen Künstlern sorgt Initiator Hanemann im Art-Dorf für Abwechslung.

WEIL AM RHEIN-ÖTLINGEN. In der Freilichtgalerie Art-Dorf werden nicht nur überdimensionale Kunstwerke an Fassaden und in Vorgärten gezeigt, sondern es wird auch der Galeriegedanke ernstgenommen. “Es soll sich immer etwas tun”, sagt Initiator Gerhard Hanemann. Deshalb ist er bestrebt, für Abwechslung zu sorgen. Am Mittwochabend wurden nun gleich mehrere neue Exponate installiert.

Den zentralsten Standort unter den neuen Künstlern erhielt Petra Heck aus Adelhausen, deren aus zwei Tafeln bestehende expressive Farbkomposition “Streben nach Glück” am Anwesen der Familie Ruser an der Dorfstraße, gegenüber dem Gasthaus “Ochsen” gelegen, angebracht wurde. Da bedurfte es von Seiten Gerhard Hanemanns, der von seinem Bruder Klaus und von Günter Schoch unterstützt wurde, schon eines Gabelstaplers und versierter Handwerkskenntnisse, um das Gemälde am altehrwürdigen Gemäuer zu befestigten. Natürlich blieb die Aktion im Dorf nicht unbemerkt.

Und natürlich war auch die aus Köln stammende Künstlerin, die ihr Atelier seit fünf Jahren im ehemaligen Gasthaus Adler in Adelhausen hat, mit ihrer Familie vor Ort, um mitzuverfolgen, wie ihr Werk in die ganz eigene Kunstlandschaft des Dorfes eingepasst wurde. “Da bin ich schon lange dahinter”, freute sie sich, dass sie nach vielen Gesprächen und Abklärungen, unter anderem mit dem Denkmalschutz, nun endlich in den Kreis der Art-Dorf-Künstler aufgenommen worden ist.

Ihre abstrakte, dynamische und zugleich harmonisch ineinander fließende Farbkomposition hat Petra Heck eigens für diese Hauswand geschaffen. Dabei bedeutete es für sie eine Premiere, Holz als Maluntergrund zu benutzen (alles andere wäre im Freien zu unbeständig). Die von ihr entwickelte Mischtechnik, die vor allem Möbelbeizen zur Farbgebung benutzt, passt jedenfalls bestens zu diesem Werkstoff. Ihre abstrakten Bilder – Petra Heck versteht sich auch auf das Portrait- und Aktzeichnen – entstünden aus spontanen Impulsen heraus, wobei die Vorgehensweise dem Actionpainting ähnele, erläutert die Künstlerin. Ihr neues Werk wolle vor allem positive Energie in die Dorfstraße tragen.Zu den neuen Künstlern zählt auch Peter Kiefer aus Lörrach, dessen Bild “Sommertraum” seit Mittwoch eine Hauswand an der Käferholzstraße schmückt. Und gegenüber der Galerie Hanemann zieht nun die Skulptur “Verzogen” der Tannenkircher Bildhauerin Heike Stadler die Blicke auf sich. Mit Max und Pia Maier sind auch junge Künstler aus Ötlingen mit dem Werk “Sonnenuntergang” am Ortsausgang in Richtung Lörrach neu vertreten. Und Francois Viljoens “European, African-European” erhielt an der Ecke Innmatt/Schmiedackerstraße einen besseren Standort.Darüber hinaus haben derzeit sechs Künstler neue Werke in Arbeit, die bald das Art-Dorf bereichern werden, darunter der Spanier Ramno Lluch, der jüngst zu einem kreativen Austausch mit Gerhard Hanemann in Ötlingen weilte (die BZ berichtete).Bis Ende des Jahres werde man noch zehn Werke austauschen, kündigte der Initiator an. Dann werde Art-Dorf 70 Werke umfassen und die Obergrenze nahezu erreicht haben. “Es gibt auch nur noch wenige freie Wände”, sagt Hanemann. Dann soll vor allem eines die Galerie prägen: der regelmäßige Austausch von Werken. Den Besuchern, die mittlerweile aus ganz Deutschland anreisen, stehen von nächster Woche an auch neue, aktualisierte Faltblätter, die den Weg zu den Kunstwerken weisen, zur Verfügung.Autor: Herbert Freysiehe auch: http://www.badische-zeitung.de/weil-am-rhein/es-soll-sich-immer-was-tun

 


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